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Die neue Ausgabe des Wirtschafts- und Arbeitsmarktbarometer zeigt die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie. Der andauernde Wirtschaftsaufschwung in Deutschland wurde zum Erliegen gebracht. Auch im 3. Quartal 2020 ist der bundesweite Wert des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,1 Prozent gesunken, damit aber längst nicht mehr so deutlich wie noch im 2. Quartal (- 11,7 Prozent). Als lokaler Konjunkturindikator kann das Minus um fast 20 Prozent bei den Wiesbadener Gewerbesteuereinnahmen im 3. Quartal gelten. Wie das Amt für Statistik und Stadtforschung mitteilt, setzen die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch dem Wiesbadener Arbeitsmarkt zu.
Insgesamt waren im September in Wiesbaden 12.412 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet. Das waren knapp 2.700 mehr als im Vorjahresmonat, der prozentuale Anstieg liegt bei 28 Prozent. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8 Prozent und lag somit um 1,7 Prozentpunkte höher als im September 2019. Im regionalen Vergleich ist die Zahl der Arbeitslosen in Frankfurt mit einem Plus von 58 Prozent am stärksten angestiegen, in Mainz mit plus 27 Prozent am geringsten. Allerdings weist Wiesbaden nach Offenbach nach wie vor die zweithöchste Arbeitslosenquote unter den Rhein-Main-Städten auf.
Das Kurzarbeitergeld ist zum wichtigsten arbeitsmarktpolitischen Instrument in der Corona-Krise geworden. Ohne Kurzarbeit wäre die Arbeitslosigkeit sicherlich noch stärker angestiegen. Die Bundesregierung hatte bereits im März eine bis zum Ende des Jahres befristete Lockerung der Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld beschlossen. In Wiesbaden ist seit Beginn der Corona-Krise für knapp 36.800 Personen Kurzarbeit angezeigt worden, darunter 4.271 im 3. Quartal. Laut Agentur für Arbeit sind die Werte vermutlich etwas überschätzt, da nicht alle Meldungen tatsächlich in Anspruch genommen werden.
Die aktuellsten Daten zur Beschäftigung beziehen sich auf den 31. März und zeigen sich daher von der Corona-Krise unbeeindruckt. In Wiesbaden waren im März diesen Jahres 111.386 Wiesbadenerinnen und Wiesbadener sozialversicherungspflichtig beschäftigt und damit 1.285 (oder 1,2 Prozent) mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Für alle Großstädte im Rhein-Main-Gebiet lässt sich im März 2020 ein Beschäftigtenplus feststellen; die Wiesbadener Entwicklung liegt im positiven regionalen Trend, fällt aber im Vergleich wesentlich schwächer aus.
Das aktuelle Wirtschafts- und Arbeitsmarktbarometer, das vierteljährlich erscheint, enthält kurzgefasst wesentliche Informationen für alle, die über den Stand der Wiesbadener Wirtschaft Bescheid wissen wollen. Details können im Internet unter www.wiesbaden.de/statistik (Monitoringsysteme) nachgelesen und kostenfrei heruntergeladen werden.
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